Tiziana Amico

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○● Tiziana Amico (*1991) ist Fotografin und visuelle Forscherin mit italienischen Wurzeln. Sie lebt und arbeitet in Zürich. Nach ihrem Studium der Rechtswissenschaften begann sie, Fotografie zunächst als dokumentarisches Werkzeug für juristische und soziale Recherchen einzusetzen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Fotografie zu ihrer eigenständigen künstlerischen und journalistischen Praxis. Ihre Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Dokumentarfotografie, sozialen Untersuchungen und relationalen Praktiken. Ihr juristischer Hintergrund prägt ihr Interesse an Fragen der Repräsentation, Ethik und der gesellschaftlichen Wirkung von Bildern. Durch kollaborative Prozesse – Interviews, Workshops und teilnehmende Beobachtung – gibt sie den Porträtierten Raum, ihre eigenen Narrative aktiv mitzugestalten.

 Zürich, Schweiz
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Micaela (26) steht mit ihren beiden Töchtern Mia (11) und Brianna (9) vor ihrem Wohnkomplex in Buenos Aires. «Ich war nie ein Teenager», sagt Micaela. «Ich war gleich eine Mutter.» Mit 15 wurde sie zum ersten Mal schwanger, mit 17 noch einmal. «Die Reaktion meiner Familie war schrecklich. Meine Mutter, mein Vater, meine Onkel und Tanten, alle wollten mich zu einer Abtreibung überreden. Aber ich bin eine sehr entschlossene Frau, man kann mich nicht einfach so umstimmen. Ich habe immer davon geträumt, Mutter zu werden. Und ich habe alle Hürden überwunden, es gegen alle Vorurteile geschafft, meine Töchter Mia und Brianna bei mir zu behalten.» 07.03.2024, Buenos Aires, Argentinien, © 2024 Tiziana Amico
Micaela (26) steht mit ihren beiden Töchtern Mia (11) und Brianna (9) vor ihrem Wohnkomplex in Buenos Aires. «Ich war nie ein Teenager», sagt Micaela. «Ich war gleich eine Mutter.» Mit 15 wurde sie zum ersten Mal schwanger, mit 17 noch einmal. «Die Reaktion meiner Familie war schrecklich. Meine Mutter, mein Vater, meine Onkel und Tanten, alle wollten mich zu einer Abtreibung überreden. Aber ich bin eine sehr entschlossene Frau, man kann mich nicht einfach so umstimmen. Ich habe immer davon geträumt, Mutter zu werden. Und ich habe alle Hürden überwunden, es gegen alle Vorurteile geschafft, meine Töchter Mia und Brianna bei mir zu behalten.» 07.03.2024, Buenos Aires, Argentinien, © 2024 Tiziana Amico
Der Sozialbau in Piedrabuena, welcher sich in einem Vorort von Buenos Aires befindet, steht für die schwierigen Lebensbedingungen, denen viele junge Mütter wie Micaela ausgesetzt sind. Aufgewachsen in diesem benachteiligten Stadtteil, musste Micaela mit 15 Jahren die Schule abbrechen, als sie zum ersten Mal schwanger wurde. 22.03.2020, Buenos Aires, Argentinien, © 2020 Tiziana Amico
Der Sozialbau in Piedrabuena, welcher sich in einem Vorort von Buenos Aires befindet, steht für die schwierigen Lebensbedingungen, denen viele junge Mütter wie Micaela ausgesetzt sind. Aufgewachsen in diesem benachteiligten Stadtteil, musste Micaela mit 15 Jahren die Schule abbrechen, als sie zum ersten Mal schwanger wurde. 22.03.2020, Buenos Aires, Argentinien, © 2020 Tiziana Amico
Laura (21) möchte Chirurgin werden. Doch sie sagt es fast beiläufig: «Für Frauen ist das fast unmöglich.» Sie formuliert es nicht als Vorwurf, sondern als feststehende Tatsache. Ein Traum, der bereits an einer unsichtbaren Decke gemessen wird. Diese stillen, verinnerlichten Grenzen zeigen, wie Gewalt auch funktioniert: nicht nur durch physische Gewalt, sondern indem Wünsche schon im Keim beschnitten werden. 26.06.2025, Caltanissetta, Italien, © 2025 Tiziana Amico
Laura (21) möchte Chirurgin werden. Doch sie sagt es fast beiläufig: «Für Frauen ist das fast unmöglich.» Sie formuliert es nicht als Vorwurf, sondern als feststehende Tatsache. Ein Traum, der bereits an einer unsichtbaren Decke gemessen wird. Diese stillen, verinnerlichten Grenzen zeigen, wie Gewalt auch funktioniert: nicht nur durch physische Gewalt, sondern indem Wünsche schon im Keim beschnitten werden. 26.06.2025, Caltanissetta, Italien, © 2025 Tiziana Amico
Eine scheinbar harmlose Liebesbotschaft, die obsessive und besitzergreifende Züge verbirgt. Solche Zeichen normalisieren Kontrolle in Beziehungen. Die Medien verstärken dieses Muster: Femizide werden als «Verbrechen aus Leidenschaft» oder «Akt der Liebe» beschrieben. Täter erscheinen als „eigentlich gute Männer“, deren Tat als tragischer Ausbruch gilt. Diese Sprache verharmlost die Gewalt, schützt den Täter und löscht das Opfer aus. 15.09.2024, Caltanissetta, Italien, © 2024 Tiziana Amico
Eine scheinbar harmlose Liebesbotschaft, die obsessive und besitzergreifende Züge verbirgt. Solche Zeichen normalisieren Kontrolle in Beziehungen. Die Medien verstärken dieses Muster: Femizide werden als «Verbrechen aus Leidenschaft» oder «Akt der Liebe» beschrieben. Täter erscheinen als „eigentlich gute Männer“, deren Tat als tragischer Ausbruch gilt. Diese Sprache verharmlost die Gewalt, schützt den Täter und löscht das Opfer aus. 15.09.2024, Caltanissetta, Italien, © 2024 Tiziana Amico
Ein Mädchen transportiert ihre Decke im UNHCR-Flüchtlingslager in Maicao. Das Lager bietet Unterkunft für Tausende, die vor der Krise in Venezuela geflüchtet sind. 19.09.2019, Maicao, Kolumbien, © 2019 Tiziana Amico
Ein Mädchen transportiert ihre Decke im UNHCR-Flüchtlingslager in Maicao. Das Lager bietet Unterkunft für Tausende, die vor der Krise in Venezuela geflüchtet sind. 19.09.2019, Maicao, Kolumbien, © 2019 Tiziana Amico
Kinder spielen Basketball an einer bemalten Mauer mit einem folkloristischen Wandbild im Viertel Cota 905 in Caracas. 04.02.2029, Caracas, Venezuela, © 2019 Tiziana Amico
Kinder spielen Basketball an einer bemalten Mauer mit einem folkloristischen Wandbild im Viertel Cota 905 in Caracas. 04.02.2029, Caracas, Venezuela, © 2019 Tiziana Amico
An der kolumbianisch-venezolanischen Grenze ist der illegale Handel mit Kraftstoff ein weit verbreitetes Überlebensmittel geworden. Durch die schwere Wirtschaftskrise und die chronische Treibstoffknappheit in Venezuela wird Benzin in Plastikflaschen, Kanistern und Schläuchen über die Grenze gebracht und auf den Strassen von Cúcuta zu stark reduzierten Preisen angeboten. 10.09.2019, Cúcuta, Kolumbien, © 2019 Tiziana Amico
An der kolumbianisch-venezolanischen Grenze ist der illegale Handel mit Kraftstoff ein weit verbreitetes Überlebensmittel geworden. Durch die schwere Wirtschaftskrise und die chronische Treibstoffknappheit in Venezuela wird Benzin in Plastikflaschen, Kanistern und Schläuchen über die Grenze gebracht und auf den Strassen von Cúcuta zu stark reduzierten Preisen angeboten. 10.09.2019, Cúcuta, Kolumbien, © 2019 Tiziana Amico
Camila (19) wartet mit ihrem Sohn Sebastián (2) im Wartesaal des Kinderarztes zur Routinekontrolle. 10.02.2020, Buenos Aires, Argentinien, © 2020 Tiziana Amico
Camila (19) wartet mit ihrem Sohn Sebastián (2) im Wartesaal des Kinderarztes zur Routinekontrolle. 10.02.2020, Buenos Aires, Argentinien, © 2020 Tiziana Amico
Zerbrochenes Glas eines Marienaltars. Die Jungfrau Maria, das Ideal der reinen, opferbereiten Frau, steht seit Jahrhunderten als zentrales religiöses Vorbild in der italienischen Gesellschaft. Viele Frauen wachsen in einer Welt auf, in der Weiblichkeit nur in starren Kategorien existiert: rein wie Maria oder «gefallen» wie Maria Magdalena. 20.06.2025, Palermo, Italien, © 2025 Tiziana Amico
Zerbrochenes Glas eines Marienaltars. Die Jungfrau Maria, das Ideal der reinen, opferbereiten Frau, steht seit Jahrhunderten als zentrales religiöses Vorbild in der italienischen Gesellschaft. Viele Frauen wachsen in einer Welt auf, in der Weiblichkeit nur in starren Kategorien existiert: rein wie Maria oder «gefallen» wie Maria Magdalena. 20.06.2025, Palermo, Italien, © 2025 Tiziana Amico
 «Das Leben als Mutter habe ich mir sicher anders ausgemalt. Ich habe mir eine typische Familie vorgestellt. Ich hatte mir zum Beispiel gar nie überlegt, dass ich eine Lösung für die Betreuung meiner Kinder finden muss, wenn ich arbeiten will. Es ist schon alles komplizierter, als ich es mir vorgestellt hatte», stellt Micaela fest. 10.03.2024, Buenos Aires, Argentinien, © 2024 Tiziana Amico
«Das Leben als Mutter habe ich mir sicher anders ausgemalt. Ich habe mir eine typische Familie vorgestellt. Ich hatte mir zum Beispiel gar nie überlegt, dass ich eine Lösung für die Betreuung meiner Kinder finden muss, wenn ich arbeiten will. Es ist schon alles komplizierter, als ich es mir vorgestellt hatte», stellt Micaela fest. 10.03.2024, Buenos Aires, Argentinien, © 2024 Tiziana Amico

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