Julius Schien

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○● Julius Schien hat Visual Journalism und Documentary Photography in Hannover studiert, wo er auch heute noch lebt und arbeitet. Er setzt sich in seiner Fotografie primär mit der Frage auseinander, was es bedeutet, sich dem politischen Erbe Deutschlands und der rechten Kontinuität des Landes zu stellen. Dabei zielt er darauf ab, längst vergessene Geschichten rechter Gewalt, die unter der Oberfläche der Alltäglichkeit liegen, in nüchtern anmutenden Landschafts- und Stadtportraits herauszuarbeiten. Seine Arbeiten entstehen auf analogem Großformat. Julius ist ausgewählter Künstler der Triennale der Photographie in Hamburg für die europäische Fotograf:innen-Plattform FUTURES.

 Hannover, Deutschland
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Auf einem Spaziergang in der Erfurter Innenstadt begegnet Heinz Mädel einer Gruppe von rechtsextremen Skinheads. Zwei 18-jährige Frauen lösen sich von der Gruppe und greifen ihn unvermittelt an. Als Heinz Mädel sich zu wehren versucht, schlagen sie den 58-Jährigen zu Boden und beginnen ihn mit Fußtritten zu malträtieren. Er erliegt wenige Tage später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Bis heute ist er in keiner offiziellen Statistik als Todesopfer rechter Gewalt gelistet. Erfurt, Deutschland © 2021 Julius Schien
Auf einem Spaziergang in der Erfurter Innenstadt begegnet Heinz Mädel einer Gruppe von rechtsextremen Skinheads. Zwei 18-jährige Frauen lösen sich von der Gruppe und greifen ihn unvermittelt an. Als Heinz Mädel sich zu wehren versucht, schlagen sie den 58-Jährigen zu Boden und beginnen ihn mit Fußtritten zu malträtieren. Er erliegt wenige Tage später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Bis heute ist er in keiner offiziellen Statistik als Todesopfer rechter Gewalt gelistet. Erfurt, Deutschland © 2021 Julius Schien
Karl Sidon, Parkwächter im Schlosspark Arnstadt, wird am 18. Januar 1993 von fünf jungen Neonazis brutal verprügelt und getötet. Die Gruppe im Alter von 11 bis 16 Jahren beschädigte zuvor im Schlosspark ein Gebäude. Als Karl Sidon das bemerkt, geht er ihnen nach und ermahnt sie. Daraufhin gehen die Jugendlichen auf Sidon los und schlagen auf ihn ein, bis er bewusstlos am Boden liegen bleibt. Im Anschluss schleifen sie ihn auf eine angrenzende, viel befahrene Straße, wo er schließlich von mehreren Autos überfahren wird. Noch am selben Abend erliegt Karl Sidon seinen Verletzungen. Arnstadt, Deutschland © 2022 Julius Schien
Karl Sidon, Parkwächter im Schlosspark Arnstadt, wird am 18. Januar 1993 von fünf jungen Neonazis brutal verprügelt und getötet. Die Gruppe im Alter von 11 bis 16 Jahren beschädigte zuvor im Schlosspark ein Gebäude. Als Karl Sidon das bemerkt, geht er ihnen nach und ermahnt sie. Daraufhin gehen die Jugendlichen auf Sidon los und schlagen auf ihn ein, bis er bewusstlos am Boden liegen bleibt. Im Anschluss schleifen sie ihn auf eine angrenzende, viel befahrene Straße, wo er schließlich von mehreren Autos überfahren wird. Noch am selben Abend erliegt Karl Sidon seinen Verletzungen. Arnstadt, Deutschland © 2022 Julius Schien
Bakary Singateh, alias Kolong Jamba wird im Eilzug von Hamburg nach Bremen erstochen. Singateh sitzt zusammen mit dem Täter in einem Abteil, als ein Streit über das geöffnete Fenster ausbricht. Daraufhin sticht der Täter unvermittelt mehrfach mit einem beidseitig geschärften Jagdmesser auf ihn ein, weil er sich »von ihm gestört fühlt«. Singateh stirbt wenige Stunden später im Krankenhaus. Die Richter:innen schließen ein ausländerfeindliches Motiv aus, obwohl bekannt ist, dass der Täter People of Colour mehrmals rassistisch beleidigte. Der Täter habe sich das Messer zugelegt, um sich »vor derartigen Leuten zu verteidigen«. Hamburg, Deutschland  © 2024 Julius Schien
Bakary Singateh, alias Kolong Jamba wird im Eilzug von Hamburg nach Bremen erstochen. Singateh sitzt zusammen mit dem Täter in einem Abteil, als ein Streit über das geöffnete Fenster ausbricht. Daraufhin sticht der Täter unvermittelt mehrfach mit einem beidseitig geschärften Jagdmesser auf ihn ein, weil er sich »von ihm gestört fühlt«. Singateh stirbt wenige Stunden später im Krankenhaus. Die Richter:innen schließen ein ausländerfeindliches Motiv aus, obwohl bekannt ist, dass der Täter People of Colour mehrmals rassistisch beleidigte. Der Täter habe sich das Messer zugelegt, um sich »vor derartigen Leuten zu verteidigen«. Hamburg, Deutschland © 2024 Julius Schien
Alexandra Rousi wird von ihrem Nachbarn in Paderborn getötet. Sie stirbt bei einem Brand, der aus rassistischen Motiven gelegt wurde. Dem Brandanschlag gehen monatelange rassistische Drohungen und Beleidigungen voraus. Der Täter wohnt im Erdgeschoss des Zweifamilienhauses und übergießt das gemeinsame Treppenhaus mit Benzin. Als Alexandra ihn aufzuhalten versucht, zündet er, während er weiterhin ausländerfeindliche Beleidigungen von sich gibt, ein Streichholz an. Sowohl Alexandra Rousi als auch der Täter gehen in Flammen auf – Rousi stirbt noch im Treppenhaus.  Paderborn, Deutschland © 2024 Julius Schien
Alexandra Rousi wird von ihrem Nachbarn in Paderborn getötet. Sie stirbt bei einem Brand, der aus rassistischen Motiven gelegt wurde. Dem Brandanschlag gehen monatelange rassistische Drohungen und Beleidigungen voraus. Der Täter wohnt im Erdgeschoss des Zweifamilienhauses und übergießt das gemeinsame Treppenhaus mit Benzin. Als Alexandra ihn aufzuhalten versucht, zündet er, während er weiterhin ausländerfeindliche Beleidigungen von sich gibt, ein Streichholz an. Sowohl Alexandra Rousi als auch der Täter gehen in Flammen auf – Rousi stirbt noch im Treppenhaus. Paderborn, Deutschland © 2024 Julius Schien
Unter homophoben Parolen wird Bernd Grigol nachts in Leipzig-Wahren auf offener Straße von drei Neonazis attackiert und niedergestochen. Sie treten auf Bernd ein, werfen einen Ziegelstein auf seinen Kopf, stopfen ihm Sand in den Mund und stechen 36-mal mit einem Messer auf ihn ein. Den reglosen Körper werfen sie in einen gefluteten Steinbruch außerhalb von Leipzig. Bernd Grigol erleidet einen Genickbruch und stirbt. Ammelshain, Deutschland © 2022 Julius Schien
Unter homophoben Parolen wird Bernd Grigol nachts in Leipzig-Wahren auf offener Straße von drei Neonazis attackiert und niedergestochen. Sie treten auf Bernd ein, werfen einen Ziegelstein auf seinen Kopf, stopfen ihm Sand in den Mund und stechen 36-mal mit einem Messer auf ihn ein. Den reglosen Körper werfen sie in einen gefluteten Steinbruch außerhalb von Leipzig. Bernd Grigol erleidet einen Genickbruch und stirbt. Ammelshain, Deutschland © 2022 Julius Schien
In der Nacht zum 4. November 2000 stirbt Belaid Baylal an multiplem Organversagen. Es sind die Spätfolgen eines rassistischen Angriffs, der sich im Mai 1993 ereignete. Damals wird der Asylbewerber von zwei Rechtsextremisten in einer Gaststätte in Bad Belzig bei Berlin beschimpft und verprügelt. Die beiden Rechtsextremen ziehen Baylal vom Stuhl und treten auf ihn ein. Er erleidet schwere innere Verletzungen und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Im März 1994 wird der Haupttäter zu einer fünfmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Ärzte bestätigen, dass der sieben Jahre spätere Tod eine Folge des Angriffs ist. Bad Belzig, Deutschland © 2023 Julius Schien
In der Nacht zum 4. November 2000 stirbt Belaid Baylal an multiplem Organversagen. Es sind die Spätfolgen eines rassistischen Angriffs, der sich im Mai 1993 ereignete. Damals wird der Asylbewerber von zwei Rechtsextremisten in einer Gaststätte in Bad Belzig bei Berlin beschimpft und verprügelt. Die beiden Rechtsextremen ziehen Baylal vom Stuhl und treten auf ihn ein. Er erleidet schwere innere Verletzungen und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Im März 1994 wird der Haupttäter zu einer fünfmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Ärzte bestätigen, dass der sieben Jahre spätere Tod eine Folge des Angriffs ist. Bad Belzig, Deutschland © 2023 Julius Schien
Marwa El-Sherbini wird im Gerichtssaal des Landgerichts Dresden von einem Neonazi erstochen. Sie hatte den Täter angezeigt, nachdem dieser sie und ihren Sohn auf einem Spielplatz rassistisch beschimpft hat. Nachdem sie als Zeugin in einem Prozess gegen ihn ausgesagt hat, stürzt sich der Täter im Saal auf sie, sticht mehrmals auf sie ein und verletzt ihren Ehemann bei seinem Versuch, sie zu beschützen. Polizist:innen schießen auf ihren Ehemann, als sie versuchen, den Täter zu überwältigen. Marwa El-Sherbini stirbt vor Ort im Beisein ihres dreijährigen Sohnes, während ihr Ehemann schwer verletzt überlebt. Dresden, Deutschland © 2024 Julius Schien
Marwa El-Sherbini wird im Gerichtssaal des Landgerichts Dresden von einem Neonazi erstochen. Sie hatte den Täter angezeigt, nachdem dieser sie und ihren Sohn auf einem Spielplatz rassistisch beschimpft hat. Nachdem sie als Zeugin in einem Prozess gegen ihn ausgesagt hat, stürzt sich der Täter im Saal auf sie, sticht mehrmals auf sie ein und verletzt ihren Ehemann bei seinem Versuch, sie zu beschützen. Polizist:innen schießen auf ihren Ehemann, als sie versuchen, den Täter zu überwältigen. Marwa El-Sherbini stirbt vor Ort im Beisein ihres dreijährigen Sohnes, während ihr Ehemann schwer verletzt überlebt. Dresden, Deutschland © 2024 Julius Schien
Bei dem rechtsextremen Anschlag rund um das Olympia-Einkaufszentrum in München werden neun Menschen getötet. Der bayerische Verfassungsschutz stuft die Tat zunächst als Amoklauf ein. Der Täter wird als »psychisch kranker Rächer« und nicht als Terrorist eingestuft. Er habe »Anleihen aus dem Bereich Rechtsextremismus« gehabt, aber »es ist nicht davon auszugehen, dass die Tat politisch motiviert war«, schreibt das bayerische Landeskriminalamt in seinem Bericht. Drei Jahre nach dem Anschlag, 2019, ändert es seine Einschätzung und stuft die Tat schließlich als politisch und rechtsextremistisch motiviert ein. München, Deutschland © 2021 Julius Schien
Bei dem rechtsextremen Anschlag rund um das Olympia-Einkaufszentrum in München werden neun Menschen getötet. Der bayerische Verfassungsschutz stuft die Tat zunächst als Amoklauf ein. Der Täter wird als »psychisch kranker Rächer« und nicht als Terrorist eingestuft. Er habe »Anleihen aus dem Bereich Rechtsextremismus« gehabt, aber »es ist nicht davon auszugehen, dass die Tat politisch motiviert war«, schreibt das bayerische Landeskriminalamt in seinem Bericht. Drei Jahre nach dem Anschlag, 2019, ändert es seine Einschätzung und stuft die Tat schließlich als politisch und rechtsextremistisch motiviert ein. München, Deutschland © 2021 Julius Schien
Am 17. April 2018 wird das Treppenhaus eines Wohnhauses in Wiebelskirchen im Saarland aus rassistischen Motiven in Brand gesteckt. Das Gebäude, in dem mehrere syrische Geflüchtete mit ihren Kindern leben, steht schnell in Flammen. Die Feuerwehr rettet elf Menschen, einige mit schweren Rauchvergiftungen. Philipp W. wohnt im Dachgeschoss und verbrennt in seiner Wohnung. Die beiden Täter gestehen vor Gericht, die Tat aus Hass auf Ausländer:innen begangen zu haben. Wiebelskirchen, Deutschland © 2024 Julius Schien
Am 17. April 2018 wird das Treppenhaus eines Wohnhauses in Wiebelskirchen im Saarland aus rassistischen Motiven in Brand gesteckt. Das Gebäude, in dem mehrere syrische Geflüchtete mit ihren Kindern leben, steht schnell in Flammen. Die Feuerwehr rettet elf Menschen, einige mit schweren Rauchvergiftungen. Philipp W. wohnt im Dachgeschoss und verbrennt in seiner Wohnung. Die beiden Täter gestehen vor Gericht, die Tat aus Hass auf Ausländer:innen begangen zu haben. Wiebelskirchen, Deutschland © 2024 Julius Schien
In Halle (Saale) versucht ein Rechtsterrorist am höchsten jüdischen Festtag, Jom Kippur, einen antisemitischen Massenmord zu begehen. Während er Sprengsätze an der Synagoge anbringt, wird er von einer Passantin, Jana Lange, auf sein Handeln angesprochen. Der Täter erschießt die Frau aus nächster Nähe. Die Eichentür der Synagoge gibt auch nach mehreren Schüssen nicht nach. Daraufhin fährt der Täter zu einem nahegelegenen Döner- Imbiss. Er schießt im Imbiss um sich und ermordet dabei Kevin Schwarze. Während seiner Flucht verletzt der Täter zwei weitere Personen schwer, bevor er gestellt wird. Halle (Saale), Deutschland © 2024 Julius Schien
In Halle (Saale) versucht ein Rechtsterrorist am höchsten jüdischen Festtag, Jom Kippur, einen antisemitischen Massenmord zu begehen. Während er Sprengsätze an der Synagoge anbringt, wird er von einer Passantin, Jana Lange, auf sein Handeln angesprochen. Der Täter erschießt die Frau aus nächster Nähe. Die Eichentür der Synagoge gibt auch nach mehreren Schüssen nicht nach. Daraufhin fährt der Täter zu einem nahegelegenen Döner- Imbiss. Er schießt im Imbiss um sich und ermordet dabei Kevin Schwarze. Während seiner Flucht verletzt der Täter zwei weitere Personen schwer, bevor er gestellt wird. Halle (Saale), Deutschland © 2024 Julius Schien

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